Herz

Das Herz ist für uns ein bedeutendes Organ. Für den Arzt ist es das Organ, das das Blut durch den Kreislauf und den ganzen Körper pumpt: vom Körper zur Lunge, wo es Sauerstoff aufnimmt, und von der Lunge in den Körper, wo es den Sauerstoff an die Körperzellen weitergibt und auch Nährstoffe liefert und wiederum Abfallstoffe aufnimmt. Auf dem Rückweg zum Herzen werden wieder aus dem Darm und der Leber neue Nährstoffe zugefügt. Das Herz pumpt in Ruhe etwa 4-6l Blut pro Minute. Als Organ selber braucht es für das Erbringen seiner Arbeit etwa 5% davon. Damit das Herz seine Aufgabe erfüllen kann, ist es speziell aufgebaut: ein rechter Herzteil und ein linker Herzteil. Das rechte Herz pumpt  das Blut vom Körper zur Lunge, das linke von der Lunge zum Körper. Für die letzte Aufgabe werden hohe Druckwerte benötigt, damit das Blut schnell genug durch die Gefässe fliesst. Deshalb ist der linke Herzteil auch deutlich dicker ausgebildet. Jeder Herzteil besteht aus der Herzkammer und vorgeschaltet einem Vorhof, der das Blut aus den Venen sammelt und dann konzentriert in die Herzkammer spritzt und diese so vollständig füllt. Das Zusammenspiel dieser Herzteile wird durch spezialisierte Herzmuskelzellen gesteuert, die wie die Nerven elektrische Impulse weiterleiten. Dazu gehören zwei Zentren  oder Knoten dieser spezialisierten Zellen, die als Taktgeber funktonieren.

Gleichzeitig ist das Herz im allgemeinen Verständnis auch der Ort für unsere Seele oder die Gefühle. Dies stimmt insofern, als viele unserer Gefühle sich im Rhythmus des Herzens und den Auswirkungen auf die Organe niederschlagen: ein vor Angst rasendes Herz, vor Scham erröten, vor Schreck erblassen, etc.. Dies hängt damit zusammen, dass unser Gehirn als oberstes Wahrnehmungs- und Steuerungsorgan auch unserer Gefühle über das autonome oder vegetative Nervensystem Einfluss auf die Taktgeber des Herzens nimmt. So beschleunigt körperlicher oder seelischer Stress den Puls und Entspannung lässt ihn sogleich abfallen. Stress kann auch sogenannte Extraschläge auslösen, die als Stolpern und Herzrasen wahrgenommen werden können.

In unserer Praxis können wir folgende Untersuchungen für das Herz durchführen:

Ruhe-EKG als Momentaufnahme, um bleibende Veränderungen im Fluss des elektrischen Stroms festzustellen: sogenannte Blöcke (Verzögerungen in der Ausbreitung), Veränderungen bei einem Herzinfarkt, das Vorliegen eines regelmässigen Pulses, von Extraschlägen oder eines vollständig unregelmässigen Pulses (Vorhofflimmern).

Belastungs-EKG als Hinweis auf eine Durchblutungsstörung des Herzens, die erst bei Belastung auftreten kann. Ebenfalls werden so das Verhalten von Extraschlägen unter Belastung dargestellt oder des Blutdrucks, der gleichzeitig mitgemessen wird.

24Stunden-EKG als längere Beobachtungszeit zur Erfassung von nur sporadisch auftretenden Herzrhythmusstörungen.
Schlafapnoe-Screening: Da die Herzspitze sich bei jedem Atemzug im Brustkorb verschiebt und sich damit das elektrische Bild der Herzkurve ändert, kann mit einer speziellen Software die Atemtätigkeit errechnet werden. Damit lassen sich Phasen von schlechter oder ausfallener Atmung (Apnoen speziell in der Nacht) erfassen. Zusammen mit der gleichzeitig aufgezeichneten Sauerstoffsättigung des Blutes am Finger werden die Auswirkungen auf die Blutversorgung der Organe gezeigt.
Herzraten-Variabilität: Wir sind lebendige Geschöpfe. Und ein Ausdruck des Lebens ist die Anpassungsfähigkeit an sich wandelnde Bedingungen. Aufs Herz angewandt heisst das, dass der Abstand von einem Schlag zum andern nicht normiert ist, sondern sich stark wechseln kann. Da dies unter dem Einfluss des autonomen Nervensystems steht, erhalten wir so indirekt einen Einblick in dessen Tätigkeit: eine rasche Anpassung der Herztätigkeit bei Belastung und eine rasche Erholung danach; Stress, sogar Hinweise auf burn out und Depression, eine Funktionsstörung des autonomen Nervensystems z.B. bei Diabetes und die Auswirkungen von Schmerz lassen sich so aufzeigen. Ein Beispiel dafür steht unten: